deCOALonize Hamburg!

Ziviler Ungehorsam im Hamburger Hafen

Freitag 4.10., 9:30h

Im Rahmen der #deCOALonizeEurope Aktionstage gehen wir gemeinsam dorthin, wo der Klimawandel gemacht wird: in den Hamburger Hafen. Dort werden wir uns gemeinsam mit hunderten von Menschen der Klimakatastrophe in den Weg stellen und Steinkohleinfrastruktur blockieren. Egal ob ihr zum ersten Mal dabei seid oder bereits aktionserfahren seid: ihr seid herzlich willkommen.

Wir wollen aufeinander aufpassen und die Aktion am selben Tag alle gemeinsam beenden. Bringt am besten eure Bezugsgruppe mit und bereitet euch gemeinsam vor! Kommt zu unserer Infoveranstaltung und zum Aktionstraining!

Um 9.30 Uhr startet eine Fahrraddemonstration von BUND und Fridays for Future von der Behörde für Umwelt und Energie (S-Bahn Wilhelmsburg) vorbei am Kohlekraftwerk Moorburg und durch das Harburger Industriegebiet wieder zurück nach Wilhelmsburg.

Wir werden uns zunächst dort einreihen. Deshalb bringt unbedingt euer Fahrrad mit! Auch warme & regenfeste Kleidung, Wasser für einen Tag und ein Regenschirm sollten nicht fehlen.

Hamburg meine Perle – Deutscher Meister im Steinkohlehandel

Der „Hansaport“ im Hamburger Hafen ist der größte Steinkohle-Seehafen Deutschlands und damit Drehscheibe des globalen Steinkohlehandels. Die Steinkohle wird nicht nur in deutschen Kraftwerken verbrannt, sondern auch in der Stahlindustrie für die Automobil-Industrie und den Bau der größten Gas-Pipeline-Projekte Europas („Nord Stream 1 & 2“, „Trans-Adria-Pipeline“, „Langeled“) verwendet.

Hamburger Hafen – Das Tor zur (kolonialen) Welt

Der Handel mit der Steinkohle ist kein neues Phänomen. Seit Hunderten von Jahren fließen die Profite in Form kostbarer Rohstoffe nach Hamburg, während Waffen und Kriege in die ehemaligen Kolonialländer exportiert werden. Der Hafen war logistischer und militärischer Knotenpunkt für Kolonialkriege. Damals war Hamburg Kolonialmetropole, heute ist Hamburg Post-Kolonialmetropole. Über den Hamburger Hafen werden heutzutage neben Kohle noch reihenweise andere Geschäfte wie Futtermittelimporte, Rüstungsexporte und Atomtransporte abgewickelt. Konzerne in Hamburgmachen nach wie vor massive Profite mit der Ausbeutung von Arbeitskräften und Rohstoffen in anderen Regionen der Erde. Diese Geschäfte rufen dort heftige soziale und ökologische Konflikte hervor und treiben die weltweite Ungerechtigkeit weiter voran.

Hamburg – Vorreiter im Kohleausstieg?

In Hamburg brüstet sich der rot-grüne Senat derzeit medial mit dem Hamburger „Kohleausstiegsgesetz“ – ab 2030 will die Stadt Hamburg auf die Kohleverfeuerung zur Wärmeproduktion vollständig verzichten. Die Wahrheit ist: Wir sind in Hamburg meilenweit von einer Energiewende entfernt. Die Stromproduktion, die den Hauptanteil der CO2-Emissionen im Hamburger Energiesektor ausmacht, bleibt von diesem Gesetzesentwurf nämlich unberührt. Der in Hamburg erzeugte Strom wird derzeit zu 94% aus Fossilen Energien erzeugt, 85% davon aus Steinkohle, daran soll sich dem Senat zu Folge in den nächsten Jahrzehnten auch nichts ändern. Die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern steigt in Hamburg in den letzten Jahren sogar ungestört weiter an, während Erneuerbare Energien stagnieren. Die drei Steinkohlekraftwerke in Hamburg produzieren jährlich rund 8,5 Mio. t. CO2 (Moorburg (6,2), Tiefstack (1,2) und Wedel (1,1)). Allein Moorburg verursacht jährlich deutlich mehr CO2-Emissionen als der gesamte Hamburger Verkehrssektor. Das bedeutet für uns alle eine höhere Feinstaubbelastung und ein größeres Risiko Atemwegserkrankungen zu bekommen. Besonders betroffen sind dabei Kinder und alte oder kranke Menschen.

Wir fordern in Hamburg:

• Moorburg, Wedel und Tiefstack sofort vom Netz!

• Hamburger Kohlehafen „Hansaport“ schließen!

• dezentrale, basisdemokratische, solidarische Energiewende von unten!

• Hamburgs Kolonialgeschichte endlich aufrichtig aufarbeiten!

• Betroffene Menschen in Abbaugebieten vollständig entschädigen!

2020

2020 sind Bürgerschaftswahlen in Hamburg. Von einem Kohleausstieg zu reden und gleichzeitig keine Pläne zu verfolgen, aus der Verstromung der Steinkohle auszusteigen, ist ein schlechter Täuschungsversuch. Es ist abzusehen, dass es wieder eine grüne Regierungsbeteiligung geben wird. Doch ernstzunehmende Lösungen der Klimakrise hat bisher keine Partei geliefert und sie sind auch in Zukunft nicht von ihnen zu erwarten. Wenn wir angemessene und gerechte Antworten auf die Klimakrise finden wollen, braucht es mehr als einen grünen Anstrich! Es braucht einen grundlegenden Wandel unserer Lebens- und Wirtschaftsweise.

Lasst uns dafür gemeinsam auf die Straße gehen und selbst aktiv werden!

Chico Mendes Hamburg // Ende Gelände Hamburg // Gegenstrom Hamburg // Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke (SAND)

3.10.2019
15:00h 
Basteltag, letzte Infos – Café Knallhart

19:00
letzte Infos, Warm-Up Party  – Café Knallhart

4.10.2019
9:30h
deCOALonize Hamburg – S-Bahn Wilhelmsburg

11.10.2019
19:00
Öffentlichen Reflexionstreffen – Asta UHH Raum 0029

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